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06.07.2022

Schnabl/Sidl: Kernenergie darf keine Zukunft haben

SPÖ-Politiker kritisieren EU-Einstufung der Atomenergie als nachhaltige Energieform

„Atommeiler sind nicht sicher, nicht nachhaltig und in der Gesamtbilanz nicht CO2-neutral“, sind sich Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl und der niederösterreichische EU-Abgeordnete Günther Sidl einig und kritisieren die geplante Einstufung der Atomkraft als nachhaltige Energieform in der Taxonomie-Verordnung:


„Natürlich brauchen wir Brückentechnologien bis wir die Energiewende hin zu den Erneuerbaren erfolgreich gemeistert haben. Aber die Atomkraft ist dafür nicht geeignet. Die zahlreichen bekannten Sicherheitsmängel und die offene Frage der Endlagerung lassen da keinen anderen Schluss zu.“


„Niederösterreich hat durch die heutige Entscheidung Sicherheit eingebüßt. Denn durch die Einstufung der Atomkraft als grüne Energieform, müssen wir mit Investitionen in neue Atommeiler an unseren Grenzen rechnen“, verweist Schnabl auf die schon jetzt problematische Situation durch die tschechischen Atomkraftwerke und fordert stattdessen mehr Unterstützung für den Ausbau der erneuerbaren Energieträger: „Niederösterreich hat sich schon einen Vorsprung bei der erneuerbaren Energie erarbeitet – aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern müssen weiter alles dafür tun, um nachhaltiger Selbstversorger zu bleiben. Das muss auch die EU noch besser unterstützen.“


Für Sidl zeigt die Entscheidung für die vorgeschlagene Taxonomie-Verordnung einmal mehr, dass der Klimaschutz noch immer nicht in allen Köpfen angekommen ist:


„Wir haben im Parlament mit vielen Entscheidungen gezeigt, dass wir den Klimaschutz bei allen Entscheidungen mitdenken. Das muss die EU-Kommission auch endlich lernen und den Green Deal mit nachhaltigen Projekten befördern anstatt ihn mit Technologien aus der Vergangenheit zu torpedieren.“